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Aschaffenburg, Ensdorf, Tübingen im März 2008

Tourstart war am 13.03. in Aschaffenburg. Im gut besuchten Colos-Saal war von Anfang an die Hölle los. Zeus B. Held hatte seinen Besuch angekündigt, aber wir warteten vergeblich. Um 22:00 Uhr hat er mich dann auf dem Handy angerufen und mir völlig verzweifelt mitgeteilt, dass er das Datum verwechselt hat. Angeblich stand auf der Webseite vom Colos-Saal der 14.3. ?!? Naja, wir werden alle nicht jünger ;-) Peter Föller hat den Termin gehalten und war bei "Back From Hell" und "She's Got Nothing On You" mit auf der Bühne. Geile Show.
Die Gurus haben neben den Klassikern auch etliche Stücke ihrer neuen CD "PSY" gespielt. Die Titel fügen sich nahtlos in den typischen Guru-Sound ein, von psychedelisch bis schräg war alles dabei - Kompliment !!!
Die Fahrt zum Hotel wurde ohne Wegbeschreibung eine Suchaktion, nachdem der einzige Ortskundige an einer roten Ampel davonbrauste und uns buchstäblich im Regen stehen liess. Zum Glück waren noch Taxifahrer unterwegs, die wir nach dem Weg fragen konnten. Im Hotel ging der Spass aber erst richtig los: erstmal stellte unser Kapellmeister Nossi fest, dass sein Handy verschwunden war. Dann standen Moni und ich in einem Einzelzimmer. Peter Engelhardt war schon früher zum Hotel gefahren und hatte sich versehentlich das einzige Doppelzimmer geschnappt. Es dauerte eine Weile, bis wir ihn aus dem Tiefschlaf geholt hatten und die Zimmer wechseln konnten. Kurz vor dem Einschlafen tönte dann ein befreiender Schrei über den Flur: Nossi's Handy hatte sich ganz unten in seinem Koffer versteckt - und er hat es gefunden ;-)


Der nächste Morgen sah dennoch beide Bands ausgeschlafen beim Frühstück. Dann ging es auf die Piste nach Ensdorf im Saarland. Ab hier gab es gar keine Wegbeschreibungen mehr - wir müssten da mal ein ernstes Wort mit dem Tourleiter sprechen ;-) Das Cafe Stormwind haben wir aber trotzdem gefunden. Sehr gemütlicher Club mit total netten Leuten und absolt lecker Essen. Wer in der Nähe ist, sollte mal reinschauen.
Leider war diese Show nicht so gut besucht, aber die Stimmung war grossartig. Heute spielten die GURUS zuerst. Nach der BC-Show fanden Hörmes und Moni im Hinterzimmer Requisiten für eine Theateraufführung am nächsten Tag. Dabei war auch ein Thronsessel. Die Beiden haben sich nur kurz angeguckt und hatten dieselbe Idee. Der Thron wurde auf's Schlagzeugpodest gestellt und Nossi zum König gekrönt - "König Bernd der viertel vor Zweite" - genau nach Uhrzeit ;-) Meine Digicam lag natürlich im Hotel, aber Marcel, der Clubbesitzer hatte seine Kamera parat!
So, ab ins Bett - dachten wir jedenfalls. Weit gefehlt, die Fahrt endete schon nach ca. 300 Metern. Gross angelegte Polizeikontrolle, 8 grüne Männchen mit 4 Autos! Ich sass mit meiner Pulle Bier natürlich auf dem Beifahrersitz, aber Moni hatte ihren Führerschein im Hotel vergessen - ooops... Sie sollte ins Hotel fahren und noch mal zurückkommen. Da musste ich ganze Überzeugungsarbeit leisten und dem Kollegen erklären, dass wir dringend ins Bett müssen, weil wir am nächsten Tag wieder fit sein mussten. Moni hatte zwischenzeitlich den Führeschein doch gefunden - der war gar nicht im Hotel, sondern in der Jacke im Auto. Es kam aber noch schlimmer: der Wachtmeister kannte die Bands nicht - was für eine Kulturschande (alt genug war er nämlich)! Na gut, es ist nie zu spät für ein bischen kulturelle Bildung. Also habe ich für's Kommissariat eine "Live @ Rockpalast" gestiftet. Den Rockpalast kannte er und meinte: "dann seid's ihr wohl berühmt"? Ich hab das natürlich bestätigt ;-)
Dann ging der Wachtmeister zum Bandbus direkt hinter uns. Hörmes hatte schon alle Papiere parat, aber unser netter Polizist winkte nur ab und sagte: "fahrt mal los, ihr müsst ins Bett, damit ihr morgen wieder fit seid" !!! Wenn das nicht geil ist...


Morgens beim Frühstück sorgte Nossi für den Lacher des Tages: der Kapellmeister war noch nicht wach und am Buffett fiel ihm ein Ei runter. Brummelnd hob er es auf - und da stand hinter ihm diese Frau ... mit einem Teller in der Hand. Er wird doch wohl nicht...? Doch, doch, er hat das Ei tatsächlich auf diesen Teller gepackt! Aber diese Frau wollte das kaputte Ei nicht und hat sich verbal gewehrt: "was soll den das, ich will das nicht"! Nossi bemerkte darauf ganz trocken: "wat denn, sind sie hier nich anjestellt, oder wat"? Danach waren wir alle wach ;-)


Landschaftlich sehr schöne Fahrt durch die Schwäbische Alp nach Tübingen bei traumhaft schönem Wetter (17 Grad). In Insheim haben wir kurz gestoppt und meinen Lieblingswein (Regent vom Weingut Burg) eingekauft. Für den Weg zum Sudhaus war wieder extreme Pfadfindererfahrung gefragt, die wir natürlich inzwischen alle hatten ;-)
Der Club hier war sehr gut besucht. Heute begann BIRTH CONTROL. Beide Bands sollten volle 90 Minuten spielen, spätes Schlafen war also vorprogrammiert. So kam es dann auch, wir waren um 4:00 Uhr im Bett. Aber: in diesem Hotel gab es Sonntags Frühstück bis 13:00 Uhr !!! Das haben Moni und ich natürlich ausgenutzt. Live mitgeschnitten haben wir in Aschaffenburg und Tübingen!

Plauen und Affalter im März 2008

Gleich vorab: die Wegbeschreibungen, die im Vorfeld hier ankamen, ersetzen nicht nur jeden Reiseleiter, sondern auch das Navi. Damit könnte man glatt im Vogtland Taxi fahren - geht doch ;-)
"Der Weg nach Plauen ist eine Weltreise" - dieser Spruch ist mir aus den vergangenen Jahren noch gut im Ohr. Beim letzten Gig (2006) kam die Kapelle (samt Backline) wirklich erst eine halbe Stunde vor dem Gig an. Grund: Baustelle A4 - von vorne bis hinten!
Von Hannover aus war das Ganze damals viel relaxter. Trotzdem werden wir hier so früh wie möglich losfahren, denn das Hotel hat ein traumhaftes Schwimmbad, welches wir in all den Jahren aus zeitlichen Gründen nicht nutzen konnten. Das wollen wir dieses mal ändern! Es ist jetzt 10:15 Uhr und Moni und ich sind auf der Piste.

14:00 Uhr Ankunft im Hotel ALEXANDRA in Plauen. Nobles Haus mit nettem Ambiente und sehr nettem Personal. Sie haben auf unsere Anfrage gleich die Frühstückszeit für den nächsten Morgen bis 11:00 Uhr verlängert und Sauna sowie Whirpool ab 8:30 Uhr für uns geöffnet. Wir hatten wirklich die Absicht, vor dem Frühstück etwas Wellness zu treiben. Doch es kam wie immer anders...

Das Malzhaus hat eine interessante Geschichte. Damit hatten wir uns beim letzten Gig schon beschäftigt. Seitdem hat sich wieder einiges getan. Aussenterasse (nicht nur für Raucher) und neue Toiletten unter dem Kellerclub. Dafür blieb das alte Klo-Häuschen auf dem Hof geschlossen, was zu später Stunde noch für Spass sorgen sollte:
Ein Zuschauer mit einem dringenden Bedürfnis rüttelte verzweifelt an der Klotür auf dem Hof. Ich habe ihm den Weg zum nächsten Klo gezeigt, aber da war die Tür inzwischen auch zu. Es ging nicht mehr, er nahm die Wand. Dann zeigte ich ihm noch das letzte Örtchen, was auch noch offen war. Verwundert darüber, wie sich jemand aus Niedersachsen hier so gut auskennt, kam sofort der Verdacht auf, ich hätte früher für den BND das Malzhaus ausspioniert ;-) Zum Glück konnte ich das entkräften und entging so der Lynch-Justiz...


Das sehr gut gefüllte Malzhaus ging bei beiden Bands richtig mit. Die GURUS waren als 2. Band auf der Bühne und mussten 3 Zugaben geben. Hannes hatte sich direkt nach dem Auftritt von BC ins Hotel abgesetzt. Wie später aus Insiderkreisen zu erfahren war, soll die Krautrock-Jubitour für ihn zum Ausspannen von seinen sonstigen Betätigungen dienen - was immer das auch ist ...
Peter's Flucht ins Hotel wurde heute erfolgreich verhindert - und zwar von Hörmes, der Peter's Auto so zugeparkt hatte, dass selbst das Beladen unmöglich war. Tja Peter, mitgefangen - mitgehangen ;-)

So fuhren wir zu später Stunde - so gegen halb 3 - alle zusammen ins Hotel und freuten uns schon auf einen 'Absacker' in der Bar. Fehlanzeige, das Licht war schon aus und die Tür zu! Enttäuscht gingen wir zu Rezeption und fragten nach. Da griff der Mann doch dikekt zum Telefon: "wartet mal, die Bardame ist noch im Haus, die hole ich zurück"! 3 Minuten später ging das Licht in der Bar wieder an. Ein junges Mädel, die Mundwinkel bis zu den Achselhöhlen gezogen, schloss auf und öffnete die Tür. Na klar kann Man(n) das verstehen! Da ist die Kollegin schon fast auf dem Heimweg und wird wegen einer Horde alternder Teenager, die unbedingt noch einen 'Absacker' wollen, zurückgepfiffen. Dabei war sie ihrem Bett doch schon so nah ...

Doch kaum ging die Tür auf, war diese Frau im wahrsten Sinne des Wortes wieder im Dienst: sehr freundliche Begrüssung und die Mundwinkel waren urplötzlich auf dem Weg zu den Augenbrauen. Immer wieder erstaunlich, wie Frau sowas macht ;-)
Beim Bierchen und Gin-Tonic liessen wir den Tag Revue passieren und da kamen so einige Dinge ans Licht. Zuerst gestand Tonmeister Hörmes, dass er kein Ostdeutsch verstand! Bedingt dadurch sei es zu einigen 'Flüchtigkeitsfehlern' gekommen. So hat er mal eben versehentlich dem Mani das Mikro ausgeknippst. Macht nichts, Hörmes - Millionen Deutsche können kein Ostdeutsch. Und beim nächsten Mal nehmen wir für dich das Volksfemdwörterbuch mit...

Nachts kommen ja bekanntlich die beklopptesten Ideen auf - und ganz plötzlich (er)fanden wir den Sinn dieser Jubiläumstour: GURU GURU und BIRTH CONTROL auf der Suche nach der "Bundes-Kraut-Lade" !!! Dieses Motto wird unser 'Kraut-Ritter' Hörmes in einer ruhigen Stunde aufgreifen und näher erläutern. Vermutlich soll diese Bundes-Kraut-Lade auch eine Mixtur gegen DSDS enthalten, aber das sind vorest nur Spekulationen!

Halb 4, Zeit zum Pennen! Hallo Kristin, thank you nochmal dafür, dass Du uns noch eine Stunde deiner Nachtruhe geopfert hast! Wir waren hoffentlich nicht zu nervig, oder ?!?


Natürlich war NIEMAND morgens um halb 9 im Whirpool, aber um halb 10 beim Frühstück. Eisern aus dem Bett gequält, überhaupt noch nicht klar, aber wir wollten unbedingt noch unsere Wellness. BC waren noch kollektiv im Bett, die GURUS beim Frühstück - nur der Mani fehlte. Dann kam eine Durchsage des Hotelmanagers: Herr Neumeier möchte frühstücken. Jemand möge ihn bitte aus seiner Krautloge (Hotelzimmer) befreien, er ist eingeschlossen!!!
Etsuko hatte abgeschlossen, als sie frühstücken ging. Inzwischen war sie irgendwo draussen und hatte auch das Handy aus. Also musste der Hausmeister mit dem Generalschlüssel ran. "Nur gut, dass der Mani schon etwas ruhiger ist. Früher hätte er glatt das Hotel angesteckt" - so der Kommentar der Band ;-)
Jetzt waren wir vom Lachen wach - und eine Stunde später lagen Moni, Mani und ich im Whirpool - sehr geil!

13:30 Uhr Abfahrt nach Affalter und erstmal ins Hotel abhängen. Im Club (schöner alter Lansgasthof) wurden wir vom Chef Axel und seiner Frau mit Kaffee und Brötchen begrüsst. Das Schild "Vorsicht Stufe" (im reinsten Hochdeutsch) hat Nossi nicht geblickt und fand sich darauf samt Kaffee auf dem Boden wieder. Wir übrigens auch, aber vor Lachen ;-)

Um halb 8 kam dann die gute Hausmannskost aus eigener Zucht auf den Tisch (O-Ton Axel: "wir sind ja hier auf dem Lande und produzieren noch selbst")! Oooh war das geiles Essen! Axel's Frau ist eine wahre Küchenmeisterin! Ich hatte nach dem Hasenbraten mit hausgemachten Klössen noch nicht genug und bat um 'Nachschlag'. Schliesslich waren wir im Osten - da geht so was ;-) 10 Minuten später bekam ich statt Nachschlag eine komplette 2. Portion! Das war hart, ich habe ganz schon geschwitzt, aber nichts zurückgelassen ...


Das Konzert war leider nicht so gut besucht wie in Plauen, aber auch hier waren die echten Fans am Start. Bei etlichen Raucherpausen vor der Tür konnte ich mit einigen Besuchern des Gigs reden - und die kannten sich in der Szene verdammt gut aus. Respekt !!! Dementsprechend war bei beiden Bands auch die Stimmung. Standing Ovations nach den Soli - und auch jeder Groove wurde laut mitgestampft.
Heute waren die GURUS der Opener und der Sosho hatte sich unters Publikum gemischt. Schon Minuten später musste auch er gestehen, dass er 'keen Ostdoitsch' versteht ;-) Okay, der Dialekt im Erzgebirge ist schon hart. Wir müssen das vor dem nächsten Gig im Osten unserer Bunten Republik wohl mal ins Trainingsprogramm aufnehmen. Hier schon mal ein Tipp: FREILISCH ist eine Antwort, die zwar nicht immer richtig ist, aber auf jedem Fall verstanden wird ...

Am Ende ging heute alles sehr schnell: abbauen, einpacken, wech! Bekanntlich wurde uns heute Nacht durch die blöde Sommerzeit eine Stunde Schlaf geklaut. Also gab es für die Crew der Linde noch ein herzliches Dankeschön und dann den Abflug zum Hotel. Natürlich musste Kapellmeister Nossi dem Wachhund der Linde vorher noch auf die Füsse treten ;-) Vermutlich hat er ihn einfach übersehen, denn sonst hätte er sicher einen Bogen gemacht ...

Morgens haben wir nur noch die GURUS beim Frühstück getroffen. BC's Abreise war bereits im Morgengrauen, denn Hörmes musste dringend nach Hause. Verständlich, sein Sohn hatte den 3. Geburtstag. HAPPY BIRTHDAY, LUKAS !!!

München, Nürnberg, Schweinfurt, Andernach im April 2008

Punkt 11:00 Uhr Ankunft in München - Derag Hotel Max Emanuel. Nein, nein, die knapp 700 km von Celle hatten wir da natürlich nicht hinter uns. Wir haben die letzte Nacht im Fränkischen verbracht, so war das Ganze völlig stressfrei.
Endlos Zeit bis zum Aufbau, also erst mal die Gegend erkunden - durch kleine Strassen mit vielen bunten Läden - immer in der Nähe des Münchner Ostbahnhofs. Hier konnten wir bald feststellen, dass jede 3. Kneipe (Cafe oder Bar) ein privater Raucherclub war! Das macht München gleich noch sympathischer. Moni und ich sind jetzt Mitglied im Raucherclub DAL VERO ITALIANO, in der Pariser Strasse 38 in München (Mitgliedsnummern 140 und 141). So konnten wir unseren Cappuccino bei einer Zigarette geniessen - und der ging dann auch noch auf's Haus. Wer sich mal in diese Gegend verirrt, dem sei diesen Italiener empfohlen!


Das Gelände der Kultfabrik ist eine ehemalige Knödelfabrik. Heute findet man dort eine bunte Vielfalt von Clubs, Freizeitangeboten und abgefahrenen Dingen. Neben dem METROPOLIS unter anderem auch den TITTY TWISTER und KALINKA (wo die den Leninkopf abgestaubt haben, wüsste ich gern ;-). Ist schon ein uriges Gelände, vielleicht sollten wir dort mal nach Spuren der Bundes-Kraut-Lade suchen? Doch dazu später!

Kaum zurück im Hotel kam ein Anruf von der Rezeption: Hannah, die Veranstalterin, wollte uns abholen und zum Club geleiten. Wouh, was für'n Service! Wir haben dankend abgelehnt, denn wir kannten ja den Weg. Im Club war alles sehr entspannt, jede Menge Helfer, alles war ruck-zuck aufgebaut. Mit L-Jay haben wir den ultimativen Krautrock-Vinyl-Freak kennengelernt. Mit dem Erlös seiner Sammlung könnte er sich vermutlich auch in Schwabing ein Haus kaufen ;-)

Um halb 8 gingen die Türen auf - alle waren gespannt auf die Publikumsresonanz. München ist ein schwieriges Pflaster für Krautrock. Dort ist zum Einen zu viel los und zum Anderen lebt dort einfach zu viel Schickeria...! Um so erfreulicher für alle Beteiligten, dass knapp 300 Fans den Weg ins Metropolis fanden.

Zum Thema Organisation und Durchführung der Veranstaltung kommt an dieser Stelle Lutz Berlin zu Wort. Auszug aus seiner Mail:

"Ich selbst hatte am vergangenen Mittwoch im Münchener Metropolis Gelegenheit, als Gast die gesamte Veranstaltung mit zu erleben. Auf Einladung von Guru Mani Neumeier war ich schon ab nachmittags beim Soundcheck in der Halle. Obwohl die Veranstalter zunächst über den schlechten Vorverkauf klagten, hatten sich am Abend doch reichlich Besucher im Metropolis eingefunden und die Stimmung war bestens. Birth Control habe ich zuletzt vor gefühlten 100 Jahren live gehört (in Originalbesetzung) und war positiv überrascht, wie gut die stark verjüngte BC-Truppe zusammenspielt. Phänomenal, daß Nossi trotz seiner mittlerweile 62 Jahre immer noch so ein Energiebündel ist. Sowohl sein Schlagzeugspiel als auch sein Gesang sind so kraftvoll wie in den Anfangszeiten. Hinzu kommt, daß die Band eine tolle Spiefreude versprüht, die sich schnell auf's Publikum überträgt. Und in punkto Können stehen die neuen, jungen BC-Musiker ihren Vorgängern um nichts nach.

Unbedingt erwähnen möchte ich, daß Hannah, die örtliche Veranstalterin, alles professionell organisiert hatte und sich freundlich und liebenswert um das Wohlergehen aller bemühte, was ganz wesentlich zum Gelingen dieses Abends beitrug. Mein Fazit: Das war ein richtig schöner Krautrock-Abend! Da gibt's nichts zu meckern. Glaube kaum, daß das jemand anders sieht...
"

Nach der Show war übrigens von vielen Leuten zu hören, dass dieser Abend für sie ein aussergewöhnliches Erlebnis war. Für Eva Bubeck-Louis war es gar bis jetzt das beste Konzert des Jahres - nachzulesen im Review auf der Musicmirror Webseite (unbedingt ansehen)!!!


Im Saal hatte sich reichlich 'Prominenz' eingefunden, so z.B. 'Fredlein Schmidt' vom Online-Mag Home of Rock (hat mich gefreut, dich endlich persönlich kennengelernt zu haben). Ausserdem die Creme de la Creme des Krautrock: Chris Karrer und John Weinzierl von AMON DÜÜL II sowie Christian Burchard von EMBRYO. Chris Karrer hat spontan bei den GURUS als Gast 2 Stücke auf der Geige begleitet. Sehr cool - Renate, wo warst Du eigentlich? Wir haben Dich vermisst ;-) Backstage erhielten wir einen entscheidenden Hinweis zur Bundes-Kraut-Lade: sie soll aussen aus purem Gold sein - und innen - natürlich voller Kraut. Die Spur führte nach Nürnberg! Na, das passte ja ausgezeichnet...!


Dank der vielen helfenden Hände war auch der Abbau schnell erledigt. Ganz spontan entschlossen sich Hannah, Jörg und einige der Crew, uns ins Hotel zu begleiten. Dort hatten wir noch 'ne nette Zeit an der Bar mit Bier und Gin/Tonic. Als die Rechnung kam dachte ich allerdings, ich hätte Anteile am Hotel gekauft... Tja, that's live - that's Munich ;-) Extrem lustige Sachen sind nicht passiert ausser vielleicht, dass im Hotel frische Luft zum Gesetz erklärt wurde! Rauchen? Draussen! Da waren aber nicht nur wir, sondern noch jede Menge Leute und dann wurde es einigen Gästen zu laut. Also gab es einen Rüffel vom Nachtportier mit der dringenden Bitte um Ruhe. Auch gut, es war eh halb 4 - eigentlich Zeit zum Schlafen...
...aber dann war da noch diese Frau, von diesem Orchester (Flötistin oder so), mit diesem unglaublichen ... - doch darüber breiten wir den Mantel des Schweigens ;-) München Ende.


Nürnberg, Hirsch, ehemalige Brauerei! Das Hirsch-Bier gibt's dort noch immer - und Veranstalter Peter Harasim war ein alter Bekannter: als Konzert-Agent machte er u.a auch 'Summertime Blues'-Legende BLUE CHEER! Auch er war angenehm überrascht, welche Resonanz das Package BIRTH CONTROL & GURU GURU in Nürnberg hatte. Der Club war ziemlich gut besucht, allerdings teilweise mit Leuten, welche die letzten 35 Jahre offensichtlich verpennt hatten. Vielleicht lag's auch am Alk (oder so) - wer weiss? Bei Krautrock-Events sind ja einige der Zuschauer nach 2 Stunden im Nirwana ;-)


Birth Control spielte als 2. Band (2 Stunden waren also vorbei ;-) und gleich zu Beginn der Show ertönten vereinzelte "Bruno, Bruno"- Rufe...! Leute, bei allem Respekt: das ist deutlich unter der Gürtellinie! Traurig aber wahr: Bruno ist tot - schon seit 1983 - leider! Es war in seinem Sinne, dass die Band weiterlebt - und mit Peter Engelhardt wurde ein mehr als würdiger Nachfolger gefunden !!! Also, wer da im Hirsch Scheisse gelabert hat, sollte mal seine Schularbeiten machen - und alles wird gut ;-) Ansonsten war alles gut - um nicht zu sagen: perfekt!

Auch der Weg zum Hotel war kurz und stressfrei. Es lag an der Umgehungsstrasse, war gut zu erreichen, komplett rauchfrei - und ... hatte Internet Connection! Da hing doch tatsächlich ein DSL-Kabel aus der Wand, was förmlich zur 'Connection' einlud. Also hab ich's gemacht - eingestöpselt und online gegangen! Coool - direkt nach der Show online das Tagebuch weiterschreiben - wie geil ist das denn? ... doch dann kam eine Webseite, die mir ein Angebot machte, was ich leider nur ablehnen konnte: "Sie sind nur noch einen Klick vom Internet entfernt. Wir berechnen Ihnen pro Minute nur 30 Cent - nach einer Stunde gilt unsere Flatrate für 19,90 Euro - bis 12:00 Uhr"!
Tja, Leute, ob es nun daran lag, dass es schon nach 12 war, oder daran, dass ich gerechnet habe (für diesen Preis bin ich zu Hause 3 Monate online) - ich weiss es nicht mehr ;-) Jedenfalls habe ich direkt das Kabel gezogen, den Stinkefinger gezeigt (wem auch immer) und den Bericht aus München offline vorgeschreiben. Ätsch - Arcor ;-)


Morgens beim Frühstück erfahren (oder: Nossi-Frustrator ;-)
Wer kennt das nicht aus Urlaubsprospekten der 90er? Da steht sowas wie 'zentrale Lage', 'hier tobt das Leben' usw. Gemeint war damit gewöhnlich der Pressluftbohrer direkt nebenan...! In diesem Fall war der Bohrer über des Kapellmeisters Kopf - genau gesagt eine Etage darüber. Sowas nennt man Bauarbeiten! Nur: wir waren nicht im Urlaub :-(
Nachdem Nossi um halb 8 senkrecht im Bett stand, hat er telefonisch bei der Rezeption die Sau rausgelassen. Wer Nossi kennt weiss, was ich meine ;-) DIE kannten ihn nicht - also 15 Minuten später noch mal das Gleiche (Telefon, Rezeption, zur Sau machen ... RUHE)! Geht also doch - half aber nicht mehr ;-) Wach ist wach...! Und wir haben uns ALLE gewundert, warum Nossi so früh beim Frühstück war ;-)


Nach dem Frühstück ging Ober-Guru Mani mit seinen Recken auf Spurensuche nach der Bundes-Kraut-Lade. Der Tipp, den wir in München (natürlich von den Düül Cracks) erhalten hatten, war Gold wert. Die Lade ist ja seit mehr als 3 Jahrzehnten verschwunden (Gerüchten zufolge haben die Amis sie geklaut, ich persönlich bezweifle das allerdings, tippe eher auf die Engländer ;-). Aber ohne die Mixtur, die nur der Mani kennt, kann man mit der Bundes-Kraut-Lade eh nichts anfangen. In Nürnberg haben die Oberkrauts auch auf der Burg nach der Lade gesucht. Zum Abschluß sind sie dann zur körperlichen Stärkung ins Burg-Restaurant. Und dort - auf der Speisekarte des Burg-Restaurants - sind die Jungs wieder einen Schritt weiter gekommen! Hier finden sich folgende Hinweise:

Fränkische Obstbrände aus der Edel-Branntwein-Brennerei AMON
Brot und Backwaren von der Bäckerei DÜLL
(früher sicher DÜÜL, aber im Laufe der Jahre sprachlich verändert)
Wein und Sekt von der Firma Wein WITT
(man kann es nur vermuten, aber vielleicht steckt WITThüser & Westrupp dahinter - wer weiss ...)

Eine ganz heisse Spur, welche die Gurus da gefunden haben. Die BUNDES-KRAUT-LADE - Grundlage des Krautrock überhaupt - Wiege der wahrhaftigen Musik - Mittel gegen den Brech-Kommerz - existiert wirklich !!! Wer das bezweifelt, solle sich selbst überzeugen: www.restaurant-burgwaechter.de | Speisekarten | rechte Karte "Ritteressen"! Seht und staunt !!! Lieferanten mit derartiger Popularität werden die Jahrhunderte unbeschadet überdauern - wie der Krautrock selbst auch ... Und auf der Burg selbst soll sich vor nicht all zu langer Zeit einer der Kraut-Ritter gezeigt haben!


Stattbahnhof Schweinfurt - Jugendzentrum direkt gegenüber der bayrischen Landespolizei - geliebt, gehasst, gefürchtet !?! 7 Jahre war es her, dass wir zum letzten mal hier waren - und damals war das Publikum doch sehr übersichtlich. Aber auch hier kam das Doppelpack gut an. Nein, kein Full House, aber gut gefüllt und ein zufriedener Veranstalter - das zählt! Dass der Stattbahnhof ein angesagter und gut frequentierter Club in Schweinfurt ist, wurde auch für Unwissende schnell klar: an der Tür zum Saal war eine Ampel - und bevor sie nicht "GRÜN" zeigte, wagte sich keiner der Wartenden in den Saal! Coole Sache das...!

Beide Bands haben in Bayern ihre Fans, das war klar, dementsprechend war auch die Stimmung. Doch Nirwana gab es auch hier - nämlich Backstage, bzw. der Weg dahin. Ich sage nur: nicht endende Wendeltreppe! Einmal hoch und runter kam mir jedenfalls vor wie die Meisterschaft im Triathlon. Gewonnen habe ich leider nicht. Ich wollte Backstage ein Bier holen (was sonst), aber da war abgeschlossen. Als die Raucherlunge nach dem Abstieg vor den Füssen lag, kam diese blöde Idee hoch: wie steigert man 'Wendeltreppe'? Ist kein Adjektiv, schon klar, aber das muss doch gehen: Wendeltreppe (Positiv) - Wandertrapper (Komparativ) - Windeltripper (Superlativ) - oder so ?!? ... hat irgendwer eine gute Idee ...? Her damit, wird gepostet!

Ganz früher, in der Schule (ja, da war ich auch mal) haben wir sowas schon gemacht. Ein Beispiel von damals möchte ich hier aber nicht vorstellen - könnte fatal werden - wegen der Serviererinnen und Krankenschwestern ... war ja auch echt versaut damals ;-)
Blödsinn Ende - 5 Minuten Fussweg zum Hotel!

Dort stand im Fahrstuhl plötzlich alles auf russisch - merkwürdig aber nicht unerwartet. Im Hotel war das russische Staatsorchester untergebracht, und denen musste schliesslich in der Muttersprache beigebracht werden, dass das Frühstück im 6. Stock serviert wird (einer der Geiger wohnte im Zimmer gegenüber - wir hatten ihn nachmittags schon beim Üben gehört). Frühstück in der 6. Etage ist ja auch ungewöhnlich, aber in Bayern ist eh alles anders ...! Dennoch gab es deutsches Frühstück ohne russischen Akzent. ... Doswidanja Schweinfurt ...


Andernach - Jugendzentrum, idyllisch am Stadtrand gelegenes Gelände mit jeder Menge an Freizeitangeboten für Jugendliche - heute Abend aber auch für Grosse ;-) Eigentlich gibt es in diesem Club keine 'alte' Mucke, aber das Package hat auch hier die örtlichen Veranstalter gereizt. Als Probe sozusagen - wenn es gut läuft, könnte man das ja öfter machen ... Um es vorweg zu nehmen: es lief gut - und wie!

Wir waren natürlich wieder viel zu früh da und hatten jede Menge Zeit uns umzusehen. Weit sind wir allerdings nicht gekommen. Die direkt neben dem Club gelegene Rennstrecke für funkferngesteuerte Autos - angelegt wie ein Formel 1 Parkour - hatte uns in ihren Bann gezogen. Da waren teilweise echte Profis am Werk, die Rennwagen zogen im Affentempo an uns vorbei und meisterten die schwierige Strecke ohne Crash. Geile Anlage, sehr zu empfehlen! Link zur Motodrom-Webseite - FOTO

Zurück im Club war der Aufbau dank vieler Helfer schnell erledigt und es ging direkt an den Soundcheck. Wir haben uns wärenddessen mit dem Veranstalter und der Crew unterhalten. Es war alles amtlich organisiert, die Security war sogar ober-amtlich. Jeder Besucher wurde von oben bis unten abgetastet. Wouh - das hatte ich bei Krautrock-Events noch nie erlebt.
Diese Jungs standen auch vor'm Backstage und bemängelten, dass wir keine Tourpässe um den Hals hatten. So mussten sie sich 13 Gesichter merken, was sicherlich hart ist! Natürlich habe ich zu Hause sofort Tourpässe für beide Bands und Crew gebastelt - access all fuckin' areas (damit kommt Mann auch auf's Damenklo ;-)

Heute begann BIRTH CONTROL. Die Jungs wollten anschliessend nach Hause - sie hatten es ja nicht weit. Mitten im Percussion-Teil von Gamma Ray sprang Mani auf die Bühne und rockte mit. BC hat dann ein bischen 'Guru-Stoff' gespielt (Living in the wood). So langsam waren beide warm gespielt. Mani gab mir dann auch zu verstehen, dass es an der Zeit wäre, die kommenden Shows mitzuschneiden. Machen wir, Mani!
Dann kamen die GURUS! So ziemlich zum Schluss staunte plötzlich der Laie - und der Fan wunderte sich. Was war denn das? Da tönte doch der Bass mitten im Elektrolurch klar und deutlich HOPE von Birth Control !?! Ja wenn das nicht geil ist!!! Mani sagte nach der Show, dass man am Ende der Tour beide Bands nicht mehr auseinander halten kann ...! Da können sich die Fans wohl noch auf einiges gefasst machen - und ich sollte wohl ab jetzt wirklich alles aufzeichnen. Vielleicht finden wir in der Bundes-Kraut-Lade dann auch ganz ungewöhnliche Platten (siehe rechts ;-)

Morgens im Hotel trafen wir wieder mal nur die GURUS. Die Tischtennisplatte auf der Veranda haben wir zu spät entdeckt, da waren alle schon weg. Sehr ärgerlich - ich wollte doch unbedingt mal gegen Guru-Promoter Karl-Heinz spielen. Haste Glück gehabt, Kalle - aber das passt schon noch mal - Deine Klatsche kriegst Du noch ;-)
Ab Richtung Heimat, erst mal östliche Rheinseite bis Bonn. Landschaftlich sehr schön, auch wenn die Lorelei offensichtlich woanders liegt. Wir haben sie jedenfalls nicht gefunden. Nee, gefragt haben wir auch nicht - die Peinlichkeit wollten wir uns ersparen ... :-)

Marburg, Bochum, Soest im Mai 2008

Marburg - KFZ, dort waren BC im Oktober 2001 zum letzten mal. Damals habe ich eine kleine Studentin fotografiert, die bei der Show richtig abging. Mal sehen, ob die wiederkommt ... ?1? Sie kam natürlich nicht, logo! Wer 7 Jahre später noch immer studiert, hat irgend etwas falsch gemacht ;-) Egal, wir waren pünktlich und zeitgleich mit dem Bandbus vor Ort und hatten neben einer guten Show auch jede Menge Spass - davor und danach!

Heute gab es ein neues Gesicht in der Crew: Max (im richtigen Leben Maximilian Sonntag und noch in der Ausbildung) war von unserer Event-Firma Showcraft als Sound-Mastermind an die Krautrock-Front berufen worden. Das gab schon skeptische Blicke ringsum, aber Max hat solch einen geilen Sound gefahren, dass sich sämtliche Musiker nach der Show bei ihm bedankt haben. Hut ab - mit seinen 21 Lenzen wurde er natürlich sofort zum Kraut-Jünger ernannt ;-)

Nach dem Soundcheck fing es an zu regnen und ich kam dazu, als Nossi beim Telefonieren war: "Es ist hier voll am Gießen"! Ich: "Nicht Gießen - Marburg!" Dann wieder Nossi: "Wat? Gibt's schon Essen?" ... "auch nicht Essen, Nossi - wir sind in MARBURG"! Danach musste ich mich verpissen ;-)
Gut besuchtes Konzert, aber nach der Show war der Saal schnell leer. Logisch, es war Donnerstag. Wir sind dann auch ziemlich bald ab ins Hotel. Das lag etwas ausserhalb auf dem Lande und war draussen kaum beleuchtet.

Nossi ging vom Parkplatz vorweg, zielsicher, als würde er den Weg genau kennen. Wir dackelten natürlich alle hinterher - und standen irgendwann (wieder mal) im Nirwana...! Da war zwar eine Tür, aber kein Schlüssel passte. Irgendwann merkten wir, dass sie gar kein Schloss hatte. Nein, wir waren nicht breit, das war im Dunkeln nur alles kompliziert! Schliesslich fanden wir eine Terassentür, hinter der noch Licht brannte. Nix wie rein da. Und, wen wundert's: es war die GURU-Lounge ;-) Die haben sich köstlich amüsiert.
Es kam aber noch schlimmer, denn ich musste noch mal zum Auto - habe allerdings keinen Ausgang gefunden. Das ist schwer zu glauben aber wahr ;-) Mit dem Morgengrauen kam dann auch Licht ins Dunkel: das Hotel bestand aus mehreren Häusern, die an einen Hang gebaut waren. Oben am Hang war der Eingang. Wir kamen von unten - und sind quasi im 2. UG eingestiegen ;-) Dort gab es natürlich auch keinen Ausgang...


Bochum - Zeche: sehr geiler Laden !!! Morgens sind Moni und ich sehr früh los, weil wir noch einen Abstecher nach Duisburg machen mussten. Mittags saßen wir dann im täglichen Stau auf der A40 fest. Dank vieler Helfer war in der Zeche alles schon entladen, der Aufbau ging wieder schnell. Und es kamen Fans von Nah (Peter Engelhardt's Frau Andrea und Tochter Hannah) und Fern (Hajo der Binnenschiffer aus der Nähe von Oldenburg mit Frau und Freunden)! Sogar englische Fans der GURUS waren vor Ort.

Es ging heute ziemlich früh los, denn anschliessend war in der Zeche Ü30 Party. BC spielte zuerst, Andrea mischte sich unter's Volk und wir waren die Kindergärtner von Hannah ;-) Während im Club alles rockte, wurde unser Catering-Raum in eine Bar für die Party verwandelt. Die Bar-Karte haben wir leider nicht mitgenommen, aber ich erinnere mich genau, was da drauf stand: "Come as a virgin - leave as a bitch"! Das machte mich schon neugierig auf die Virgins, die da kommen sollten...! Ja, die kamen dann später auch - und waren (jedenfalls für mich) ein guter Grund, schnell das Feld zu räumen. Mantaletten - boah eh ;-)

Zwischenzeitlich haben wir auch wieder nach den Spuren der Lade gesucht. In der Zeche gibt es reichlich dunkle Gefilde und versteckte Gänge. Ein weiterer möglicher Wächter wurde gefunden und auch das eiskalte Händchen, welches plötzlich aus dem Nichts auf dem Mischpult erschien und sofort wieder verschwand! Sehr mystisch - sooo alt ist die Zeche doch noch gar nicht. Egal, wir bleiben dran!

Die Gigs heute abend waren fantastisch. Peter hat alle Register gezogen (klar, seine Frau war da ;-) und bei Gamma Ray immer mal wieder "I Was Made For Lovin' You" von Kiss eingespielt. Hannes hatte das Thema beim Bass-Solo angefangen. Und GURU Peter zupfte wieder direkt nach "täglich Spass am grünen Gras" das Riff von "Hope". Coole Sache, die Fans sind richtig abgegangen. Kein Mitschnitt, schade :-(

Der Abend war noch nicht zu Ende, im Hotel gab es eine Bar. Ja, wie sind wir eigentlich in's Hotel gekommen? Ach ja, Max hatte ein Navi! und Band-Masterchief (freie Übersetzung für Kapellmeister) Nossi war schwer beeindruckt: "det is so geil, fahrt mal hinter uns her"! Okay, haben wir gemacht. Sah anfangs auch gut aus. Irgendwie ist Max dann aber auf eine falsche Taste gekommen (das Ding ist ja kein Mischpult) und da war der Weg plötzlich rückwärts programmiert. Also der Start war jetzt irgendwie das Ziel - oder so. Die Maschine Mensch merkt sowas natürlich - irgendwann - und hält an. Neue Programmierung, wir sind gleich da, nur noch 2 km! Der Weg passte dann auch, aber ich grübele immer noch darüber nach, wie man bei Tempo 100 für 2 km 'ne viertel Stunde braucht...? Dieses Rätsel wird wohl nie gelöst ;-)

Egal, die Bar war noch auf und es gab einen Absacker (Gin-Tonic, natürlich nach vorheriger Preisfrage, denn wir wollten nicht schon wieder Anteile an einem Hotel kaufen ;-). Und es gab geile Veranstaltungstechniker-Azubi-Witze: "Kannst Dein Handy in der Schule anlassen. Hab da 'nen Klingelton, der hat 17 KHz - den hört Dein Lehrer nicht mehr" !!! Und plötzlich zieht der Max sein Handy raus und fängt an, sich damit zu rasieren (Klingelton). Danach ging gar nichts mehr, wir lagen am Boden! Also ab auf's Zimmer. Dort fehlten aber Deckbett und Kopkissen für das 2. Bett. Kehrt und zur Rezeption zurück, erst mal meckern. "Das Bettzeug ist im Schrank", wurde ich aufgeklärt. "Und wer von uns soll jetzt im Schrank schlafen"? Okay, Spass verstanden haben die jedenfalls ;-)


Soest - Alter Schlachthof, ein Katzensprung am nächsten Tag. Vom traumhaften Schwimmbad im dortigen Hotel wussten wir natürlich im Vorfeld nichts, also hatte niemand Badeklamotten dabei. FRUST, nur innerlich gebadet mit Kaffee. Das passiert nicht wieder, Badesachen sind jetzt immer mit an Bord! Ich wäre da auch nackig reingehüpft, getreu dem Motto "at my age the best form of BIRTH CONTROL is nudity" ;-) Aber das hätte Ärger gegeben, denn das Schwimmbad war von der Rezeption aus komplett einzusehen.

Pünktlich ging es dann zum Club. Der Soundcheck klang schon verdammt gut, also wurde wieder ein Mitschnitt vorbereitet - unter erschwerten Bedingungen (Laptop unterm Tisch)! Abends gab es ein sehr gut besuchtes Konzert. Der Saal wäre sicherlich randvoll gewesen, wenn nicht ein Viertel der Zuschauer ständig draussen am Rauchen gewesen wären...

Den Absacker mussten wir heute auf dem Zimmer nehmen - die Hotelbar war leider schon geschlossen. Deshalb waren wir auch früher im Bett und am nächsten morgen erstaunlich ausgeschlafen beim Frühstück. Nur 2 Tage zum Relaxen, dann geht es wieder auf die Piste ...

Speyer, Freiburg, Pratteln (CH), Obermarchtal im Mai 2008

Mittwoch nach Speyer, etwa 450 km. Natürlich kamen wir etwas später als der Bandbus an der Stadthalle an. Dort war die Arbeit schon getan, selbst Nossi's Schiessbude war bereits aufgebaut. Max lief uns als erster über den Weg. "He, wo ist Bernd"? Antwort: "Wer ist denn Bernd"? Okay, Max kennt den Bernd nur als Nossi ;-) Und Bernd nennt ihn sonst nur seine Mutter ... und ich manchmal ;-)
Wir haben dann erstmal den Weg zum Hotel erkundet, damit es nachts keine Probleme gibt. In dem Hotel waren wir angeblich schon mal. Ich hatte jedenfalls keine Erinnerung, obwohl das Hotel augenscheinlich in den letzten 100 Jahren nicht baulich verändert wurde. Nossi behauptete morgens, er hätte in der Besenkammer geschlafen...

Abends erlebten wir dann eine positive Überraschung: knapp 700 Leute strömten in die Stadthalle. Tolle Stimmung, geile Shows - obwohl ich bei KRAAN das Keyboard vermisst habe. Zu dritt klangen sie etwas 'blutleer'.

Dann, plötzlich wie aus dem Nichts, tauchte SIE auf. Ein Requisit aus den Anfängen des Krautrock, DAS Symbol und Bandlogo von BIRTH CONTROL - die Big Mama. Bisher wurde immer vermutet, sie sei eine Fiktion des begnadeten Malers Heinz Dofflein, der damals die provokanten Plattencover für BC gezeichnet hatte. Nein, es gibt sie wirklich! Sie stand vor mir und ich war so komplett geplättet, dass ich sie nicht mal nach ihrem Namen gefragt habe. Aber das Foto durfte ich online stellen - vielen Dank dafür !!! Dieses Schlüsselerlebnis bestärkt uns in dem Glauben, dass wir bei der Suche nach der Bundes-Kraut-Lade Erfolg haben werden...


Freiburg - Jazzhaus
. Auch hier waren BC 2001 zum letzten mal. War nicht so gut besucht damals, deshalb hat der dortige Veranstalter das Krautrock-Packet auch nicht gebucht. Zeus B. Held und Consul Bodo sind als Veranstalter eingesprungen und haben es allen gezeigt: das Jazzhaus war rappelvoll !!! Und: es war wahrscheinlich der beste Gig der bisherigen Tour. Selbst unsere peniblen Mucker waren mit sich so zufrieden, dass sie sich Backstage gegenseitig gefeiert haben ;-) Dass wir mitgeschnitten haben, versteht sich von selbst!

Ein Highlight war natürlich der Auftritt von Zeus, der nach 30 Jahren erstmalig wieder mit der Band auf der Bühne stand und bei "Back From Hell" und "She's Got Nothing On You" in die Tasten haute. Er hatte sichtlich Spass dabei. Das wollen wir im November in Karlsruhe wiederholen - dann auch mit Peter Föller !!! Nach der Show war der halbe Saal Backstage. Es war riesige Stimmung und wir verbrachten noch einige Stunden mit den Fans im Club. Das Hotel war direkt nebenan, die Bar eh schon (wieder mal) geschlossen, also hatten wir keine Eile.

Für Spass am Abend sorgte einmal mehr unser Sound-Guru, Perfektionist und Kraut-Jünger Max: "Geh' mal zur Bühne, der Peter soll seinen Amp runterdrehen"! Zur Erklärung: die Gurus waren auf der Bühne und Peter (Kühmstedt) spielt den Bass. Ich also durch's Gewühl zur Bühne und der Peter hat seinen Amp brav runter gedreht. Zurück bei Max: "besser"? Antwort: "nicht der Hannes, der Peter sollte seinen Amp runterdrehen"! Dann wieder ich: "hallo - Max, schon wach? Der Hannes spielt immer noch bei BC den Bass - und der ist grad' nicht auf der Bühne. Und die Gitarre bei den Gurus spielt nicht der Peter (Engelhardt), sondern Roland! Sag mir beim nächsten mal einfach, welches Instrument leiser werden soll, dann kriege ich das geregelt" ;-) Jaja, der Max - wie soll der sich auch so viele Namen von Methusalem-Krautrockern merken...


Pratteln - Z7, unser geliebter Club, riesig gross und doch so familiär! Nach etlichen Jahren ohne Z7 gab es eine herzliche Begrüssung mit den alten Bekannten Norbert, Cheech, Angelo und Dirk. Lediglich die Köchin kannten wir noch nicht, aber die passt ins Team - sehr nett und super Essen !!! Vor der Show waren Moni und ich noch kurz in der Stadt - natürlich in 'Arbeitskleidung' (Big Fat Mama T-Shirt). Das gab wieder die lustigsten Reaktionen der Schweizer Eingeborenen. Vom verschmitzten Lächeln bis zur Entgleisung der Gesichtszüge war alles dabei ;-) Auch der Galeria, wo wir 2 Jahre zuvor gespielt hatten, statteten wir einen kurzen Besuch ab.

Abends war der Club natürlich nicht voll - 1400 Leute kriegen wir leider nicht mehr vom Sofa. Schade eigentlich und selber Schuld: es waren wieder 2 fantastische Konzerte! Wir hatten am Abend vorher Zeus überredet, mitzukommen. Heute war er mit Sosho gemeinsam auf der Bühne - mit 2 Keyboards!

Die Gurus hatten nach ihrer Show Mani's Schlagzeug schon abgebaut. Dabei hatte ich so gehofft, dass er beim Percussion-Teil von Gamma Ray mit einsteigt. Tja, das hatte Mani auch nicht bedacht, aber der Mann ist flexibel. Plötzlich tauchte er mit zwei Topfdeckeln von den Catering-Töpfen auf der Bühne auf und stieg voll ein. Dann ging die Party richtig los: Zeus mit Schellentrommel, Guru Roland mit seiner (was immer das auch ist) Trompete und Guru Peter rasselte aus dem Fenster der Backstag-Kabine über der Bühne auch mit! Unglaublich! Und die Leute gingen voll mit.

Nach der Show fanden wir wieder kein Ende. Es gab so viel zu erzählen, es war so gemütlich, dass wir die Zeit völlig vergaßen. Peter und Hannes sind zuerst los, waren aber auch nicht vor uns im Bett. Sie hatten nämlich nachmittag nicht eingecheckt und standen vor verschlossener Tür. Unten im Keller war noch Disco und der DJ hat den Hotelbesitzer aus dem Bett geholt. Der kam ziemlich verpennt angefahren und hat die beiden reingelassen.

Am nächsten Tag mussten wir in die Nähe von Ulm. Da machte es Sinn, über Schaffhausen zu fahren - also einmal quer durch die Schweiz. Wir waren spät dran und hatten nicht mal Zeit, Schoggis zu kaufen. Es gab einfach keine freien Parkplätze vor den Supermärkten in Pratteln. Also ging es etwas frustriert auf die Piste - immer schön mit 120, wie vorgeschrieben. Kurze Zeit später überholte uns der Bandbus - immer schön mit 130 ;-) Da kam mir wieder das Navi in den Sinn! Ich hatte mir zwar eine perfekte Wegstrecke ergoogelt, aber der Max hat ein Navi... Also hängen wir uns mal dran!

Sah alles gut aus, zumindest einige Zeit. Bis er plötzlich (schon auf der richtigen Ausfahrtspur) zurück auf die Bahn schwenkte. Okay, der hat ein Navi - also hinterher. Wird schon richtig sein... Die nächste Ausfahrt war nur einen Kilometer weiter. Die hat der Max genommen - zum Drehen und Zurückfahren ;-) Kurz vor der Grenze gab es den nächsten Return. Runter von der Piste, drehen und wieder rauf. Gut gemacht, Max! Der Wendepunkt war direkt vor einem Einkaufszentrum - so sind wir doch noch zu unseren Schoggis gekommen!


Obermarchtal - Kreuz, ein Ort, von dem ich noch nie gehört hatte. Ein Club, der allerdings eine lange Geschichte hat. Beim ersten Blick in den Gastraum knallte mir fett eine Pinnwand mit meinem Namen ins Gesicht. Die hätte ich gern mitgenommen, aber Rich wollte sich nicht davon trennen. Okay, kann ich verstehen.

Der Gig sollte eigentlich in der Gemeindehalle stattfinden, aber Veranstalter Rich hat kurzfristig umsdisponiert. Richtige Entscheidung, denn der Club war mit gut 200 Besuchern ziemlich ausverkauft. Auch hier waren alle restlos begeistert. Zitat aus dem BC-Gästebuch von Rich: "Danke für einen der besten GIGs, die das altehrwürdige Kreuz in Obermarchtal jemals erleben durfte." Das sagt eigentlich alles!

Vor der Show waren noch ein paar Presseleute da, die mit Mani und Nossi Interviews machten. Wir waren ziemlich abgeschlafft, besonders wenn wir an die 650 km am nächsten Tag dachten :-( Aber kurz vor dem Ende des Gigs gab es doch noch einen Lacher: da kommt so ein Typ an und erzählt mir etwas von einer BC-Platte (Vinyl) mit orangenen Rändern auf dem Cover und einen Schlagzeug in der Mitte. Nie gesehen, nie davon gehört! Dass muss ein Bootleg sein, muss ich sehen, MUSS ich haben ;-) Habe ihn erst mal gefragt, was da für Titel drauf sind. Er hat 'ne Weile überlegt, aber da kam nichts. Irgendwann kam dann der Spruch: "Mensch, ich bin Kiffer - mein Kurzzeitgedächtnis - Du weisst doch, wie das ist"! Okay, weiss ich nicht. Aber ich wollte mich nicht outen und habe ihm zugestimmt ;-)

Sonntag abend klinisch tot zu Hause eingetroffen. Keine Zeit zum Relaxen, da waren jede Menge e-mails vom Schweden-Rock Festival, die beantwortet werden mussten. Und nun ist es soweit: morgen geht es nach Sölveborg ...

Schweden-Rock Festival - Sölvesborg im Juni 2008 (nur Birth Control)

Leute, war das ein Wochenende !!! Eigentlich unbeschreiblich - aber ich versuch's trotzdem...! Den Zug hat keiner verpasst, in Hamburg haben wir uns getroffen und gemeinsam den Euro-City nach Kopenhagen bestiegen. Mit der Fähre ging es von Fehmarn nach Dänemark. Von Kopenhagen mussten wir noch bis Malmö Süd mit der S-Bahn fahren. Abholen in Kopenhagen sei unmöglich, hiess es. Warum, das haben wir auf der Rücktour festgestellt (kommt noch).

Alles lief ab wie ein Uhrwerk. In Malmö warteten bereits 2 Vans auf uns. Einer hätte gereicht, aber die Künstler sollten nicht so beengt sitzen - Respekt an die Organisatoren! Zweieinhalb Stunden Fahrt bis Ronneby zum Hotel. Es wurden fast dreieinhalb, denn beide Fahrer waren noch nie in dem Hotel und fuhren etwa 40 Minuten durch Ronneby. Ich hatte schon befürchtet, dass Max sein Navi im Einsatz war ;-) Letztendlich sind wir doch angekommen und lernten beim Schlaftrunk an der Bar gleich die heftigen Alkoholpreise in Schweden kennen: 1/2 Liter Bier 5,30 Euro, Gin-Tonic 10,- Euro!

Der Weg auf's Zimmer war dann schier endlos. Gut 400 Meter Fussweg und 2 Fahrten mit dem Fahrstuhl, dann hatten wir es geschafft. Die schwedische Begrüssung auf dem Fernsehbildschirm wurde noch kurz zur Kenntnis genommen, dann gingen bei uns die Lichter aus. Um 1/2 8 Uhr war Wecken angesagt, denn wir mussten bereits um kurz nach 9 zum Festival-Gelände fahren, was 40 km entfernt lag. Wieder 400 Meter bis zum Frühstücksraum, damit war auch der Frühsport absolviert und wir waren alle munter. Pünktlich ging es ab zum Festival.

Kurz vor 10 Uhr kamen wir im Backstage-Bereich der Rockstage an und wurden von unserem 'Minder' Micki in Empfang genommen. Cooler Typ, der Micki, selber Schlagzeuger in einer Band und total gut drauf. Das waren wir übrigens alle, auch Dank des Wetters. 22°, eine leichte Brise von der Ostsee und keine Wolke am Himmel. Micki gab uns die Pässe, Armbänder und VIP-Lounge Essenskarten. Nach dem obligatorischen Trikot-Tausch inspizierten wir die Bühne und machten uns mit den Verantwortlichen bekannt. Nossi's Schlagzeug, Bassanlage und Gitarrenamps standen bereits, die Keyboards hat Sosho schnell selbst aufgebaut. Der Soundcheck erfolgte 'lautlos' über eine Abhöre am Frontmischpult (das war für mich neu).

Pünktlich um 12.00 Uhr ging es los. Ja, richtig, auch das war neu - so früh hat BC noch nie gespielt. Aber damit mussten wir leben. Die Band war niemals vorher in Schweden und dann ist man eben kein Headliner - zumindest nicht beim ersten mal ;-) Die Ankündigung übernahm der schwedische Moderator Ronny Svensson. Zu dem Zeitpunkt waren etwa 500 Leute vor der Bühne. Für diese Uhrzeit schon erstaunlich! Im Verlauf des Konzertes zeigte sich dann, dass hier etwas anders war, als in Deutschland. Die Leute hier sind einfach offener für Neues. Wahrscheinlich waren Birth Control bei den meisten Festival-Besuchern nicht bekannt, aber immer mehr Leute fanden sich vor der Bühne ein, hörten zu - und blieben! Am Schluss waren es gut 3000, die bei Gamma Ray mitgingen. Das ist enorm - für diese Uhrzeit ...

Für eine Zugabe war leider keine Zeit mehr, denn BC hat die 75 minütige Spielzeit voll ausgereizt. Klasse Gig, das sahen auch die Offiziellen so. Der Stage-Manager sagte mir anschliessend: "Zu meinem Bedauern muss ich sagen, dass ich noch nie von dieser Band gehört habe. Aber sie sind top! Daumen hoch! Hast Du eine CD für mich"? Auch unser Minder Micki war begeistert: "Normalerweise sehe ich mir die Bands, für die ich hier arbeite, nicht an. Aber Du hast mich neugierig gemacht, also war ich auf der Bühne. Die Jungs sind einfach grossartig, Du hast nicht übertrieben"! ... Micki blieb während des ganzen Konzertes auf der Bühne ... und ich habe die Jungs anschliessend umarmt und gratuliert ;-)

Backstage, abschwitzen, runterkommen - Bier trinken! Sweden-Rock Premium Beer, extra für's Festival gebraut, mit dem Sweden-Rock Logo auf dem Etikett! Aus Sicherheitsgründen in Plastikflaschen und mit Schraubverschluss. 2 Uhr nachmittags und schon Bier trinken? Damit habe ich nicht gerechnet und entsprechend im Vorfeld nur 1 Kiste geordert. Mehr gab's nicht, der Zug war abgefahren. 14.30 dann Backstage ein Interview für die Sweden-Rock DVD. Ronny Svensson kam mit 2 Kameraleuten zu uns Backstage, im Pressezelt war es zu schwül. Irgendwann war Nossi mit dem schnellen Englisch der Scandinavier überfordet. Sowas kaschiert der Kapellmeister aber ganz clever, guckt den Sosho an und meint: "Sach du doch mal wat" ;-) Das interview und auch ein Ausschnitt vom Gig sind übrigens online bei YouTube. Den Link dazu gibt es auf unserer Linkseite!

Um 15.00 Uhr war die komplette Band wieder auf der Bühne - Satriani gucken! Absolutes Highlight - der Mann ist begnadet gut !!! Wir haben uns dann auch unter's Volk gemischt und uns umgesehen. Natürlich haben wir nicht alles gesehen - das Festival-Gelände ist etwa so gross wie 'mein' Dorf am Rande der Lüneburger Heide ;-) Zurück zum Backstage-Bereich. Den teilten wir uns mit Joe Satriani, Hanoi Rocks und Saxon. Natürlich hatte jeder seinen Dressingroom, aber draussen unter dem Zelt sassen wir zusammen. Es war 16.00 Uhr - und dann war diese Kiste Bier alle :-( Sound-Guru Max, hemmungsloser Jugendlicher mit Organisationstalent, sprang in die Bresche. Er kam plötzlich mit 3 verschiedenen Biersorten um die Ecke. Wo er das aufgetrieben hat, darüber breiten wir hier mal den Mantel des Schweigens ;-) Saxon hatten ihr eigenes Bier dabei: Dosen mit Saxon-Aufdruck und dem Adler. Denkt aber nicht, die hätten auch nur eine Dose rausgerückt - diese Geizgeier :-(

Nach dem Bier stellte sich der kleine Hunger ein. Auf zur VIP-Lounge und speisen! Ein grosses Buffett mit Vor- und Nachspeise, als Hauptgang 3 Gerichte zur Wahl (natürlich Gourme-Essen - grosser Teller, kleine Speisen). Aber es war ausreichend und sehr, sehr lecker! Und es gab Bier, natürlich haben wir uns für Backstage neu eingedeckt ;-) Jetzt waren Hanoi Rocks auf der Bühne - mussten wir uns auch kurz ansehen. Gute Show - Glamrock halt...! Backstage trafen wir Angie McCoy, die Frau des Hanoi Rocks Gitarristen Andy. Irgendwie kam Party-Stimmung auf und wir entschlossen uns, doch noch ein bischen länger zu bleiben. Eigentlich hatten wir unseren Dressingroom nur bis 17.00 Uhr, aber das hatte Micki schon geklärt und bis 20.00 Uhr verlängert. Für diese Zeit war auch unser Shuttle zum Hotel bestellt. Jetzt beschlossen wir einstimmig, erst um 22.00 Uhr zu fahren. Fast einstimmig, denn Hannes war an der Ostsee - spazieren. Micki hat auch diese Shuttle-Umbuchung hinbekommen!

Hanoi Rocks kamen von der Bühne. Wir waren gerade beim Fotoshooting, als Andy McCoy um die Ecke bog. Entweder lag seine Frau gerade Sosho oder mir um den Hals - das kann ich nicht mehr sagen. Ich hatte auch schon einen kleinen auf der Lampe ;-) Jedenfalls hat der Andy ziemlich grimmig geguckt und jede Menge Blödsinn gelabert. Ich habe immer nur fuck und shit verstanden... Zu diesem Zeitpunkt wusste ich übrigens noch gar nicht, wer diese Frau ist. Das habe ich erst heute ergoogelt ;-) Und das Benehmen ihres Mannes habe ich so gedeutet, dass er einfach völlig breit ist. Die sind dann auch ziemlich schnell abgehauen und unsere Party war plötzlich auch vorbei.

Jetzt wollten unsere Jungs auch weg. Ne, Leute, das kann ich nicht bringen - noch mal umbuchen? Das läuft nicht! Da standen allerdings gerade 2 Shuttles vor unserem Backstage. Fragen kostet nix. Fehlanzeige, die waren für Saxon. Moment mal, die haben doch noch gar nicht gespielt - wieso fahren die jetzt ins Hotel? Nicht ins Hotel, wurde ich aufgeklärt. Sie werden zum Essen zur VIP-Lounge gefahren...! Das muss MANN nicht verstehen. 300 Meter ... gefahren ??? Okay, wer's braucht ;-)

Anyway, wir mussten bis 22.00 Uhr durchhalten. Und das Bier war schon wieder alle. Leute, was ist los? Ihr sauft doch sonst nicht so! Saxon hat immer noch nichts rausgerückt, also bin ich mit Peter zur Backstage Bar - Bier KAUFEN! Nur noch eins für jeden - das hat dann auch gereicht!!! Der Peter hatte inzwischen schon eine Blase am linken Daumen vom Bierflaschen aufdrehen ... ;-)

Viertel vor 10 dann der Headliner auf der Rockstage - Saxon. Wir hatten also noch 15 Minuten bis zur Abfahrt und sind noch mal auf die Bühne. Vor der Bühne standen 33.000 Leute - alter Schwede! Das ist wirklich eine beeindruckende Kulisse. Saxon gab Gas, unser Shuttle auch. Um kurz vor 11 waren wir zurück im Hotel. Und (wen wundert's) ab an die Bar - Absacker nehmen - Gin-Tonic. Plötzlich tauchte Andy McCoy wieder auf. Grimmiger Blick, wie am Nachmittag. Ich verstand die Welt nicht mehr, denn ich dachte ja immer noch, er ist einfach nur breit und wollte ins Bett. Was machte er also noch hier in der Bar? Ich habe gelacht, was das Zeug hielt - und keinen auf die Fresse gekriegt ;-) Im Nachhinein würde ich gern mal mit ihm reden, um das aufzuklären...

Aber es gab noch eine Hiobsbotschaft von unserem Max (Kraut-Trunkenbold-Führer) - war wohl ein Bier zuviel heute, hä? Er hatte seinen Fotoapparat im Shuttle liegen lassen. Anruf im Drivers-Office und kurz darauf der Rückruf: leider nicht gefunden! Max war am Boden. Nicht wegen der Digicam, sondern wegen der Bilder, die er gemacht hatte. Die waren zwar hauptsächlich von ihm selbst - am Mischpult, aber damit kann er in der Berufsschule ja voll den Breiten machen. Wer mischt denn schon mit 21 und im 2. Lehrjahr bei einem so amtlichen Festival? Aber das hat der Max wirklich perfekt gemacht, also soll er ruhig mal ein bischen auf den Putz hauen ;-)

Morgens um 7 Katerfrühstück. Ohne Worte. Der Shuttle nach Kopenhagen stand schon vor der Tür. Kurz nach 8 sind wir los. Der Bahnhof von Kopenhagen liegt mitten in der Stadt, von Parkplätzen weit und breit keine Spur. Lediglich eine klitzekleine Fläche zum Ein- und Aussteigen gab es da und die war heiss umkämpft. Schon als unsere Truck-Driverinnen dort einbogen, hupte hinter uns ein Taxifahrer und macht wild gestikulierend den Affen. Er hielt direkt neben uns (aussteigen unmöglich) und beschimpfte unsere Fahrerinnen. Die blieben völlig cool! Ohne das Theater wären wir schon längst weg. Ich habe die Tür aufgeschoben und ihm zu verstehen gegeben, dass wir zur Not über sein Taxi steigen. Nach einem kurzen Fluch hat er sich verpisst. Idiot!

Immer noch leicht verkatert traten wir um 11.42 Uhr die Heimfahrt an. Ein traumhaft schönes Wochenende, ein absolut professionell organisiertes Festival, das sind die bleibenden Erinnerungen. Wen juckt da schon ein Kater ;-) Unterwegs haben wir Max immer wieder mit seinen verlorenen Fotos aufgezogen. Der Verlust stand stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er wollte nur noch die Bilder, die Kamera war ihm egal. Kurz vor Hamburg kam ein Anruf aus Schweden: Max Digicam war wieder aufgetaucht. Der hat vielleicht einen Tanz hingelegt. Aber er war schnell wieder unten, als ich (noch am Telefon) sagte: die Kamera könnt ihr behalten, wir brauchen nur die Fotos - per e-mail genügt ;-)

Dank an die Verantwortlichen für die hervorragende Organisation und Betreuung. Tolles Publikum, der Wettergott hat auch ganze Arbeit geleistet. Also ich würd's gerne wieder tun ... ;-)

Wolfsburg, Burg Herzberg, Metzingen, Trier im Juli 2008

Der Juli begann ruhiger: 4 Gigs, übersichtlich angeordnet und alle gut erreichbar. Die Jemker Hof Revival Party sah Moni und mich schon am Nachmittag - kein Wunder, bei 40 Minuten Anfahrt. Auch die Band kam pünktlich und so hatten wir endlos Zeit, uns in den Katakomben des ehemaligen Wolfsburger Schlachthauses umzusehen. Olli gab uns eine interessante Führung bis in die Proberäume seiner Band!
Draussen und drumherum war nette Atmosphäre. Wir konnten unsere Hardliner (natürlich in BC-Shirts) und auch HaJo, den Binnenschiffer begrüssen, der mit Kind und Kegel und natürlich mit seinem Schleppkahn im Wolfsburger Hafen angelegt hatte! Da fährt jemand in Deutschland mit'm Schiff zum Konzert - wenn das nicht geil ist ...!
Vor dem Gig gab's wie üblich die Frage nach dem Weg zum Hotel. Die ging natürlich an mich ;-) "Sorry, Leute, aber heute bin ich nicht zuständig - wir fahren nach Hause und den Weg kennen wir". Denkste, wir habe uns auch in der Heimatregion kurz verfahren. Das war dann die Entscheidung zum Navi! Schwul oder nicht schwul, das wird die Zukunft bringen ;-)
Musikfans aller Altersschichten und Stilrichtungen hatten sich eingefunden, und die gingen beim Opener auch richtig ab. Tom's Trio brachte Classic Rock Cover der 70er und heizte richtig ein. Dann ein (wie eigentlich immer) tolles Konzert von BC! Anschliessend ging es drinnen mit Partymucke vom Plattenteller weiter. Leider ohne uns, denn wenn man nix trinken kann, will man schnell nach Hause...

Am 17.07. dann endlich wieder BURG HERZBERG - nach 4 Jahren! Verdammp' lang' her und doch alle wiedererkannt! Dieses Wochenende war Moni nicht dabei - sie hatte einen neuen Job und musste malochen. Deshalb hatte ich einfach zu viel zu tun, um etwas mitzubekommen und habe echt (blauäugig wie ich bin) auf Berichte der einschlägigen Online-Magazine gewartet, um daraus etwas übernehmen zu können. Fehlanzeige - auf der ganzen Linie!
Ich war hinten am Merch, zwischen mir und der Bühne war auch noch das FOH-Zelt. Ich habe allerdings mitbekommen, dass knapp 8000 Leute vor der Bühne waren, um Birth Control zu sehen. Und es gab Szenenapplaus, Standing Ovations vor der Zugabe und eine Riesen-Stimmung! Das alles wurde im Bericht von ROCKTIMES mit ganzen 4 Sätzen erwähnt! Meine persönliche Meinung dazu: beschämend!!!
Aber damit stehen die Rocktimer nicht allein: auch vom HOME OF ROCK, HOOKED ON MUSIK oder GERMAN ROCK e.V. war bisher kein Bericht zu lesen. Dabei haben alle dieser Online Magazine bundesweit Redakteure am Start, doch offensichtlich ist der Weg zu weit, um über einen Gig der 40 Jahre Jubiläumstour zweier der bedeutendsten deutschen Rockbands zu berichten. Da fehlen mir echt die Worte - speziell beim German Rock e.V., einem Verein, der sich laut Satzung im Gründungsjahr 1998 der Förderung der deutschen Rockmusik verschrieben hatte. Der letzte Konzertbericht von BC auf dieser Plattform stammt vom 10.05.2002! Okay, die Satzung des Vereins wurde zwischenzeitlich geändert und hat meines Erachtens weder mit den damaligen Zielen noch mit dem Namen des Vereins etwas gemein.
Sorry, aber ich musste mich an dieser Stelle mal darüber auslassen, weil ich finde, das die Leute, die damals den Kommerz verfluchten und etwas dagegen tun wollten, heute genau diesem Kommerz frönen um auf der Welle mitzuschwimmen. Schade - und echt armselig!!!

Schwamm drüber, es war wieder mal ein geiles Herzberg-Festval! Am Sonntag, dem 20.07. habe ich auf dem Rückweg von Trier noch mal auf dem Festival Station gemacht, um Mickey Moody zu treffen. Er war in diesem Jahr bei den Herzberg Allstars dabei (im ROCKTIMES-Bericht wurde die Allstar-Band mit einem halben Satz erwähnt) und ich bekam von ihm die Freigabe für einen M3 Classic Whitesnake Titel für meinen nächsten Sampler. Freut euch drauf!

Metzingen/Glems - das berühmte Zeltfestival! Dort war ich im letzten Jahr nicht dabei - und trotz inzwischen angeschafftem Navi war es nicht leicht, den Weg zu finden. Ohne genaue Zielangabe ist auch ein Navi machtlos ;-) Aber wir konnten ja im Ort fragen! Antworten gab's auch reichlich - aber nicht wirklich auf deutsch ;-) Die Zeichensprache hat dann funktioniert: daaaa geht's lang! Okay ;-) Dabei war das Zelt gar nicht zu übersehen - es standen nur hohe Bäume davor.
Dann der Anruf von Doro (nein: nicht Doro Pesch - sondern UNSERE Doro ;-): ich komme heute abend! Okay, den Preis für die weiteste Anreise hat sie nicht bekommen - der ging an mich. Aber schöne Fotos hat sie gemacht, die sind auch online...
Irgendwann während des Gigs hatte sich rumgesprochen, dass Peter heute Geburtstag hatte. Nach der Show kam der Veranstalter auf die Bühne und gratulierte. Es gab eine Torte und riesig Spass, denn der Peter hatte auch seine Frau und Tochter dabei!

Trier, Sommerbühne - von wegen! Die Bühne war zwar da, der Sommer auch, aber der Gig fand im Keller statt - wegen des Wetters. Das sah am Nachmittag eigentlich gut aus, aber der Wolkenbruch gegen 20:00 Uhr gab dem Veranstalter dann doch recht! Wir waren also unten im Keller, stundenlang, bei gefühlten 49 Grad...! Ende der Durchsage!

Bakum/Büschel im August 2008 (nur Birth Control)

... kommt noch ...

ENDE des ersten Teils !!!

Hier geht's zum Tour-Tagebuch 2 (September bis Dezember 2008)

 


Nossi's Drumsolo im Colos-Saal


Tischaufsteller im Cafe Stormwind


König Bernd der "Viertel vor Zweite"


Mani's Kesselschlacht (Tübingen)


Peter's Arbeitsplatz


Flyer Malzhaus


Krautrock on tour


Prospekt Malzhaus


... kann keen Ostdoitsch ;-)


Mitgliedskarte Raucherclub


Fans in München


Chris & Mani on stage


Nürnberger Kaiserburg


... das kennt der Krautrocker ;-)



Stattbahnhof Schweinfurt


Mani's Backstage-Pass


... out of control ...


ein weiterer Hüter der Lade


das eiskalte Händchen


es gibt sie wirklich ...


Zeus B. Held & Consul Bodo


Backstage


Z7 Pratteln - geilster Club ever


auf der Fähre ...


Ronny Svensson und Micki


Backstage


Hanoi Rocks


Backstage


Sweden Rock Premium Beer


Jemker Hof Revival Party


Metzingen / Glems


Doro